Reisebericht: Mit dem Bus quer durch Europa zum Weltjugendtag in Madrid
Donnerstag, 22. September 20115.129 Kilometer – 19 Tage – 9 Jugendliche – 1 Ziel
„Mit dem Zug per Interrail?“ – „Fliegen?“ – „Oder sollen wir‘s doch mit dem Auto versuchen?“ So etwa waren unsere ersten Gedanken, als wir vor gut einem Jahr das erste Mal über das „Projekt Weltjugendtag“ sprachen. Wir – Petrus Stockinger v. Exitus AGS et mult., R-J, Rd und Bertram Rützler v. Iorix, NBM, CAP, Rd – hatten schon die Weltjugendtage 2005 in Köln und 2008 in Sydney miterlebt und wollten auch Madrid 2011 nicht verpassen. Aus diesem Grund, und weil keine der diözesanen Reisegruppen ein für uns passendes Reiseprogramm anbot, fingen wir an, unsere eigene Reise nach Madrid zu planen.
Aus einem kleinen Ausflug wurde schließlich eine Reisegruppe und eine Veranstaltung der ÖCV-Bildungsakademie. Als schließlich am 6. August 2011 die ersten Gepäckstücke in unserem VW Transporter verladen wurden, war die Gruppe auf 9 Personen angewachsen und hatte eine Strecke über 5000 Kilometern geplant. Das große Ziel der Reise war der 23. Weltjugendtag, Jornada Mundial de la Juventud, in Madrid vom 19. bis zum 21. August 2011.
Zuvor stand noch eine Woche in Taizé, in Burgund am Programm, wo die Communauté de Taizé, eine ökumenische Gemeinschaft, die von Freré Roger Schütz gegründet wurde, schon seit mehr als 50 Jahren Jugendtreffen veranstaltet. Wir verbrachten also die erste Nacht im Bus und kamen am Sonntag in der Früh gegen 7:30 in Taizé an. Nachdem die Zelte aufgebaut und das erste Frühstück gegessen waren, begann das Programm und eine Woche voller interessanter Begegnungen, aber auch Zeit zum Lesen ging schnell zu Ende.
Über einen Zwischenstopp auf einem Campingplatz bei Barcelona ging es schließlich weiter nach Madrid, wo das aus Köln bekannte „Weltjugendtags-Chaos“ – Volunteers, die kein Wort Englisch reden, Verantwortliche, die einen quer durch die halbe Stadt schicken etc. – schon auf uns wartete. Dies tat unserer Vorfreude jedoch keinen Abbruch und nach einem halben Tag war auch diese Hürde gemeistert. Wir bezogen unser Quartier und verbrachten den folgenden Dienstag mit ersten Stadtbesichtigungen. Am Abend fand die „Opening Mass“, das erste Großereignis statt, die wir auch direkt aus den Straßen Madrids auf Video Walls mitverfolgten.

Ab Mittwoch begann das offizielle WJT-Programm – Katechesen am Vormittag, Freizeit am Nachmittag und eine Großveranstaltung am Abend. So hörten wir Vorträge von Bischof Gregor Maria Hanke aus Eichstätt, Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn und Erzbischof Paul Josef Kardinal Cordes, dem emeritieren Präsidenten des Päpstlichen Rates „Cor Unum“. An den Nachmittagen besichtigen wir Madrid und natürlich durfte auch ein Besuch in der Kunstsammlung des Museo Nacional del Prado nicht fehlen. Die Abende waren geprägt von einem Österreicher-Treffen, der Willkommens-Veranstaltung für den Heiligen Vater und einer Kreuzwegandacht.
Der Höhepunkt des Weltjugendtags stand aber noch vor uns. Am Samstag Vormittag brachen wir zum Flughafen Madrid auf, wo die große Abschlussmesse stattfinden sollte. Gemeinsam mit 1,4 Millionen anderen Jugendlichen zogen wir auf das Flugfeld, das für diesen Anlass gesperrt worden war. Nachdem wir unseren Platz gefunden – und erfolgreich verteidigt – hatten, begann am späten Nachmittag die Übertragung von der Anreise von Papst Benedikt XVI., der schließlich auch das Flughafen-Gelände erreichte und mit den Teilnehmern des Weltjugendtages eine Abendandacht feierte. Obwohl es den ganzen Tag – wie auch schon die gesamte Woche – heiß gewesen war, bekamen wir nun eine ganz besondere Abkühlung zu spüren, als es während der Abendandacht plötzlich zu regnen begann. Erstaunlicher Weise tat dies der exzellenten Stimmung keinen Abbruch, sie wurde fast noch besser, als spanische Pilger den Regen mit Gesängen wie „We want water!“ begrüßten. Nach etwa einer halben Stunde hörte der Regen wieder auf, die Pilger krochen unter ihren Schlafsäcken, Unterlagsmatten oder anderem improvisierten Regenschutz hervor und die Abendandacht wurde fortgesetzt. Die Nacht verbrachten wir anschließend unter freiem Himmel und am nächsten Tag fand die Abschlussmesse statt.
Bevor wir einige Tage später wieder in Österreich ankommen sollten, legten wir noch einen Zwischenstopp in Barcelona und einen weiteren in Pavia bei Mailand ein, wo wir am Grab des hl. Augustinus Eucharistie feierten und die Stadt besichtigten.
Schließlich kamen wir am Mi, 24. August wieder zurück nach Österreich, wo wir zwar alle etwas erschöpft waren, aber eine wunderbare Erfahrung eines solchen Großereignisses gehabt und nebenbei ein bisschen etwas von Europa gesehen hatten. Somit kann man zusammen fassend sagen, dass es allen sehr gut gefallen hat und die sich die Planung definitiv ausgezahlt hat. Es war ein einmaliges Erlebnis!

